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Aufsätze
Jahresbericht 1998 Stadtarchiv
Allgemeines
AllgemeinesDas Stadtarchiv beschäftigte sich neben der traditionellen Aufgaben wie Übernahme/Erwerb, langfristige Sicherung und Erschliessung der Archivalien sowie der Benutzerdienste als Pilotabteilung des Präsidialreferates sehr intensiv mit der wirkungsorientierten Verwaltungsführung, welche im Berichtsjahr geplant und vorbereitet wurde und 1999 erstmals umgesetzt wird. Dies bedeutete in erster Linie eine klarere Orientierung der Archivtätigkeit auf die Benutzerbedürfnisse hin. Unter Einbezug der gesetzlichen Auflagen entstand somit ein leitbildartiger Entwurf, der als Grundlage für die Produktedefinitionen diente. Folgende drei Kernaufgaben wurden dabei als sogenannte Produktegruppen definiert: Archivierung, Langzeiterhaltung des Archivguts und Informationsvermittlung. Für Qualitäts- und Leistungs- und Kostenkontrolle mussten dabei einzelne Standards und Kontrollinstrumente geschaffen werden. Als erste Massnahme hinsichtlich der Kundenorientierung wurden die bisherigen Öffnungszeiten des Lesesaals ab November um hundert Prozent erweitert, d. h. Benutzerinnen und Benutzer können die Dienstleistungen des Archivs neu auch Vormittags, über Mittag und am Samstagmorgen beanspruchen.
Archivbenutzung
Im Juni 1997 sind erstmals die Benutzerdaten mit EDV einheitlich und systematisch erhoben worden. Die Vergleichszahlen der zweiten Spalte beziehen sich also nur auf sieben Monate. Spalte 3 präsentiert die Hochrechnung auf 12 Monate.
ArchivalienzugängeDie Zusammenstellung der Aktenablieferungen, Schenkungen und Deposita ergeben für das Berichtsjahr folgende Zahlen:
VerwaltungsarbeitenFertig bearbeitete Archivbestände, in Laufmetern:
Die Erfassung mittels EDV wurde weitergeführt. Die Aktenverzeichnung der städtischen Liegenschaften wurde abgeschlossen, diejenige des Tiefbauamtes ist bereits weit fortgeschritten.
Neuerschliessung des Familienarchivs PeyerDas Archiv der Familie Peyer wird als Depositum im Kulturgüterschutzraum des Stadtarchivs aufbewahrt. Das Archiv ist in der Schweiz ein einzigartiges Zeugnis einer Familiengeschichte. In vielen Tausenden von Einzelschriftstücken widerspiegelt es das historische Bild von Alltag, sozialem Zusammenleben, Wirtschaft und Politik eines der führenden Schaffhauser Geschlechter und bildet somit eine Fundgrube für die historische Forschung. In seiner Gesamtheit ist es eine Dokumentation zum Verständnis des individuellen Lebens innerhalb eines sozialen Gefüges. Kaum eine Facette menschlichen Lebens bleibt ausgespart: Der schriftliche Niederschlag zu Geburt, Ehe, Tod, Erwerbsleben, Religion, Bildung, Militär, Forschung und Freizeit ist Zeugnis der sich wandelnden Lebensordnung einer Gesellschaftsschicht, der die Familie Peyer angehört. Die 190 Archivschachteln sowie 5 Laufmeter Bücher dokumentieren die Familiengeschichte vom Ende des 15. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Das Konglomerat einzelner Schicksale im Laufe der Jahrhunderte wurde von zahlreichen Forschern teilweise ausgewertet, sei es zur Erarbeitung einzelner Biographien oder zur Familiengeschichte. In den Disziplinen der Wirtschafts- und Sozialgeschichte wurde das Peyerarchiv hingegen nur punktuell benutzt. Gerade hier wären aber noch viele interessante Forschungsergebnisse zu erwarten. Dass die Archivalien für solche Fragestellungen bis heute viel zu wenig ausgewertet wurden, lag eindeutig an der bisherigen unzulänglichen Kartei. Mit der Neubearbeitung des Archivs, die freundlicherweise durch die Familie finanziert wurde, kann dieses Anliegen nun wesentlich gefördert werden. Für die Bearbeitung konnte in Herrn lic. phil. Stefan Aschwanden ein versierter Historiker gefunden werden, der die Kartei, bestehend aus rund 2'000 Haupt- und 13'000 Unterschlagwörtern, in eine EDV-Datenbank umsetzte. Die rund 2'500 Akteneinheiten wurden neu erfasst, mit eindeutigen Signaturen versehen und in säurefreie Schachteln verpackt. PersonellesIm Stellenplan fanden keine Änderungen statt, mit dem budgetierten Kredit für Aushilfen kann Frau Ingeborg Treier weiterhin zu 50 Prozent beschäftigt werden. Der schrittweise Ausbau des Stadtarchivs zu einem modernen Informationszentrum mit zeitgemässen Recherchemöglichkeiten benötigt dringend auch die personelle Kapazität, welche zur Zeit nicht ausreichend ist.
InformatikIm Rahmen des WOV-Projektes wurde vom Stadtarchivar ein Zeiterfassungsprogramm entwickelt, das für die personellen Ressourcen eine detaillierte Kostenkontrolle und Kostenanalyse erlaubt. Ebenso wurde die Archivdatenbank leistungsmässig verbessert.
ÖffentlichkeitsarbeitSchaufensterausstellung: “Aus der Sammlungstätigkeit des Stadtarchivs"
Publikationen: Scheck, Peter: “Geschichte der Bezirksgerichte“, In: Schaffhauser Nachrichten 8. August 1998 "Vom Kloster St. Agnesen zum städtischen Altersheim" In: Schaffhauser Nachrichten 12. September 1998
Führungen und Vorträge: Archiv- und Stadtführungen 5 (15) Vorträge des Stadtarchivars 6 (4)
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