Aufsätze

0230 Stadtarchiv Jahresbericht 2000

Allgemeines      
Übernehmen und Bewerten von Unterlagen unterschiedlicher Herkunft
       
Sichern der archivwürdigen Unterlagen durch geeignetes Lagern, Konservieren und allenfalls Restaurieren
   
Erschliessen der übernommenen Unterlagen durch Findbücher und Register
     
Informationsvermittlung
   
Benutzung des Stadtarchivs im Überblick
   
Herkunft der Benutzer/innen   
Personelles

 

Allgemeines

Die Auseinandersetzung mit Rationalisierungspotentialen in Verwaltungen ist in Zeiten ständig steigender Anforderungen und zugleich sinkender Ressourcen der öffentlichen Hand eine notwendige Beschäftigung, der sich verantwortungsvolle Archivarinnen und Archivare nicht mehr entziehen können. Sie wird mittel- und langfristig die einzige Möglichkeit darstellen, dem Archivwesen im allgemeinen und dem einzelnen Archiv im speziellen seinen Platz in der Gesellschaft zu erhalten oder gar auszubauen. Im Rahmen der wirkungsorientierten Verwaltung hat sich das Stadtarchiv auch im Berichtsjahr mit diesen Fragen beschäftigt und Lösungsansätze gesucht. Die Arbeit des Stadtarchivs kann mit folgenden vier klassischen Archivtätigkeiten umschrieben werden:

  • Übernehmen und Bewerten von Unterlagen unterschiedlicher Herkunft
  • Sichern der archivwürdigen Unterlagen durch geeignetes Lagern, Konservieren und allenfalls Restaurieren
  • Erschliessen der übernommenen Unterlagen durch Findbücher und Register
  • Informationsvermittlung, d.h. Bekanntmachen der übernommenen Unterlagen durch unterschiedliche Aktivitäten.

Diese vier Hauptbereiche entsprechen im wesentlichen unseren Produktegruppen. Sie wurden vor allem unter dem Gesichtspunkt der Kundenfreundlichkeit optimiert und besser gewichtet. Öffentliche Archive sind öffentliche Dienste. Dass die Öffentlichkeit die Archive und deren Leistungen kennt, ist eine Bringschuld dieser Institutionen. In einer Zeit, da Information, Informationsbeschaffung und Informationsvermittlung immer mehr zur Ware wird, kommt Institutionen, die einen elementaren politischen und kulturellen Grundservice für die ganze Bevölkerung kostenlos anbieten, eine besondere Bedeutung zu. Die Art, wie ein Archiv von der Öffentlichkeit - der allgemeinen und der "inneren", d.h. Verwaltung und Behörden - wahrgenommen wird, entscheidet mit darüber, wie wir unsere Aufgaben erfüllen können, nicht zuletzt über die Zuteilung von Mitteln.

Anfang

Übernehmen und Bewerten von Unterlagen unterschiedlicher Herkunft

Die Übernahme von Akten aus der Verwaltung hat deutlich zugenommen. Dies ist vor allem auf Wechsel in einigen Ämtern zurückzuführen (z. B. Schul- und Heimreferat) Die Zusammenstellung der Aktenablieferungen, Schenkungen und Deposita ergeben für das Berichtsjahr folgende Zahlen:

 

 

Anzahl

Laufmeter

 

1999

2000

1999

2000

Verwaltung

19

31

6

19.0

Private

52

49

17

11.5

Total der Zugänge

71

80

23

30.5

 

Sichern der archivwürdigen Unterlagen durch geeignetes Lagern, Konservieren und allenfalls Restaurieren

Mit der Digitalisierung der Stadtratsprotokolle durch die Fa. Canon Schweiz sind weitere 10 Jahrgänge (1963-1972) verarbeitet worden. Das Projekt erlaubt den raschen papierlosen Zugang zu den einzelnen Protokollen, die durch einen ebenfalls elektronischen Index erschlossen sind und schont damit die Originale, die im Kulturgüterschutzraum aufbewahrt werden.

Das Restaurierungsprogramm wurde reduziert fortgesetzt, es wurden nur noch drei Bände der mittelalterlichen Stadtrechnungen in Stand gesetzt.

Anfang

Erschliessen der übernommenen Unterlagen durch Findbücher und Register

Der Erschliessung der Archivbestände wurde im vergangenen Jahr besonderes Gewicht zugemessen, wie aus nachstehenden Tabellen hervorgeht:

Fertig bearbeitete und erschlossene Archivbestände, in Laufmetern:

 

1999

2000

Verwaltung

46

56

Private

10

10

Total der erschlossenen Akten

56

66

 

Verwaltungsakten

Polizei

C II 20

Einheiten:

751

=

13.44

Laufmeter

Bauverwaltung

C II 50

Einheiten:

1130

=

18.72

Laufmeter

Tiefbau

C II 51

Einheiten:

8

=

40.32

Laufmeter

Hochbau

C II 52

Einheiten:

5

=

8.28

Laufmeter

Baupolizei

C II 53

Einheiten

2

=

0.60

Laufmeter

Liegenschaften

C II 58

Einheiten:

18

=

39.24

Laufmeter

Total:

Einheiten:

1914

=

55.92

Laufmeter

 

Privatakten und Sammlungen

Nachlässe

D IV 01

Einheiten:

61

=

0.24

Laufmeter

Deposita

Gesellschaft zun Kaufleuten

G 00 01

Einheiten:

84

Bogenschützen

G 00 16

Einheiten:

157

4.80

Laufmeter

Sammlung Einzelbilder

J 02

Einheiten:

678

Zeitschriftentitel

F 02

Einheiten:

1677

Total

2657

Anfang

Wesentliche Vorarbeiten im Bildarchiv:

  • Fotonachlass A. Bollinger (J 09): 780 Kleinbildfilme und 770 Negative wurden sortiert, geordnet sowie ein handschriftliches Verzeichnis erstellt

  • Fotoarchiv H. Lanz (J12): 905 Kleinbildfilme und 905 Blattkopien mit handschriftlichem Verzeichnis.

  • Fotonachlass E. Heck: 4200 Dias bewertet und sortiert mit handschriftlichem Verzeichnis

 

Informationsvermittlung

Eine rasche und unkomplizierte Bedienung der Verwaltung mit angeforderten Informationen, allenfalls verbunden mit einem Aktenrücklauf, eine kompetente Beratung der Benutzerinnen und Benutzer im Lesesaal, per Brief, E-Mail oder am Telefon, ein übersichtlicher und freier Zugang zu allen Findmitteln im Lesesaal, dies sind unbestrittene Kernaufgaben im Bereich Informationsvermittlung, die für die Bekanntheit und den Ruf eines Archivs von nicht zu unterschätzender Bedeutung sind. Dafür hat sich das Stadtarchiv schon immer eingesetzt. Der heute immer mehr geforderte rasche Zugriff auf Informationen verlangt aber von den Archivaren einen Ausbau der Dienstleistung in der Öffentlichkeitsarbeit. Die Idee, mit gezielter Werbung ein Archiv bekannt zu machen, ist zwar oft gut gemeint, führt aber nicht zu mehr Benutzerfrequenz. Die privaten Benutzerinnen und Benutzer kommen nämlich nicht wegen einer hübschen Web-Seite oder eines Hochglanzprospekts ins Archiv. Für Forscher und Forscherinnen sind Archive ohnehin keine unbekannten Institutionen. Ihre Erwartung in Bezug auf die Öffentlichkeitsarbeit der Archive geht klar in Richtung vertiefte inhaltliche Information. Sie wollen gedruckte oder im Internet abrufbare Beständeübersichten, auf Grund derer sie einen Archivbesuch effizient vorbereiten oder zumindest vorgängig entscheiden können, ob sich ein Gang in das Archiv überhaupt lohnt. Qualitätssteigerung unserer Öffentlichkeitsarbeit heisst also für den Benutzer und die Benutzerin Veröffentlichung der Erschliessungsarbeit.

Das Stadtarchiv hat sich deshalb entschieden, einen hohen Standard an Erschliessungsarbeit zu leisten und diese Arbeit auch im Internet öffentlich zugänglich zu machen. Die Datenbank umfasst heute rund 20'000 Datensätze, d. h. Beschreibungen einzelner Dossiers oder Archiveinheiten, die entweder durch Volltextsuche mit der Suchmaschine oder mittels Titelabfrage rasch eruiert werden können. Von Fachkreisen aus dem In- und Ausland wurde unser Angebot als fortschrittlich und wegweisend anerkannt.

Anfang

Die Benutzung des Stadtarchivs weist gegenüber dem Vorjahr nur unbedeutende Abweichungen auf:

Benutzung des Stadtarchivs im Überblick

Herkunft der Benutzer/innen

1999

2000

Andere Archive

8

2

Private Benutzer

1047

1065

Firmen

19

22

Medien /Journalismus

41

24

Museen

12

20

Vereine

28

21

Verwaltung

233

226

1388

1380

 

Art der Archivbenutzung

1999

2000

Archiv-Lesesaal

971

1015

Beratungen auswärts

8

9

Schriftliche Anfragen

60

73

Telefonische Anfragen

349

283

1388

1380

 

Themen der Benutzung

1999

2000

Archivberatung / Ablieferung

90

125

Verwaltungsanfragen allgemein

96

94

Auskünfte allgemein

202

277

Lokalgeschichte

144

111

Kantonsgeschichte Schaffhausen

300

281

Bau- und Häusergeschichte

164

101

wissenschaftliche Publikationen

21

32

Dissertationen

17

24

Lizentiatsarbeiten

48

18

Seminararbeiten

17

8

Personengeschichte

77

59

Genealogie

89

107

Bildersammlung

98

112

Presse (Zeitungen)

19

15

Führungen

6

16

1388

1380

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Personelles

Zusammen mit der Stadtbibliothek hat das Stadtarchiv 1999/2000 eine Ausbildungsgemeinschaft gebildet für Lehrlinge, die den neu geschaffenen Ausbildungsgang „Informations- und Dokumentationsasstistent/in“ absolvieren. Mit dem Kanton, der  ebenfalls einen solchen Ausbildungsplatz für die I+D-Lehrlinge anbietet, ist eine ausgezeichnete Zusammenarbeit entstanden. Die Erfahrungen sowohl für Lehrlinge als auch Ausbilder sind äusserst positiv.

Personell hat sich gegenüber dem Vorjahr nichts geändert. Das Stadtarchiv hat aber das Gesuch eingereicht, die Aushilfsanstellung von Frau I. Treier in eine definitive umzuwandeln und den Stellenplan sinngemäss anzupassen.


 

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