Oberer und Unterer Diebsturm |
Wachtürme in der westlichen Stadtmauer |
| Die beiden Diebstürme, Rundtürme mit polygonalem Zeltdach, wurden lange Zeit als Gefängnis benutzt und erhielten dadurch auch ihre Namen. |
| Das Datum der Erbauung dieser beiden Türme ist leider nicht bekannt. |
| 1414 | Erste schriftliche Erwähnung des Unteren Diebsturmes als "nieder diepthurn", der als Wachturm Teil der westlichen Stadtmauer war. |
| 1820 | Erneuerung des Zeltdaches des Unteren Diebsturmes. |
| 1858 | Abbruch des Oberen Diebsturmes durch Jakob Wüscher, Eigentümer. |
| 1942 | Im Unteren Diebsturm wurde ein Luftschutzunterstand eingebaut. Seit Kriegsende wird der Turm jedoch nicht mehr benutzt. |
| 1954 | Die Stadt kauft den Unteren Diebsturm für 12'000 Fr. von Fritz Baldinger, Automechaniker. |
| 1995 | Sanierung des Daches und Teilen der Fassade des Unteren Diebsturmes. |
| Oberer Diebsturm |
| (Neustadt 33) |
| Am 19. Februar 1858 bewilligte der Stadtrat dem damaligen Besitzer und Dekorationsmaler Jakob Wüscher den Abbruch des Oberen Diebsturmes. Dieser benötigte den Platz für den Bau einer Werkstatt. Die Bedingung für diese Bewilligung war jedoch, dass der Turm vollständig abgebrochen und entfernt wird. |
| Unterer Diebsturm |
| (Neustadt 13, beim Haus "Zum Schleifstein") |
| Bauweise: |
| Der Untere Diebsturm ist ein kahler
Rundturm aus Kalkbruchsteinen, der auf einem gewachsenen
Kalkfelsboden steht. Gegen Westen hin ragt er zu einem Fünftel
aus der Häuserreihe heraus, welche aus der ehemaligen alten
Stadtmauer hervorgegangen ist. Auf dieser Seite gibt es zwei
schmale Schlitzfenster und unter dem Dach vier Scharten. Gegen
Osten ist der Turm von Häusern eingeschlossen mit Ausnahme
einer schmalen Lücke. Dort ist auch das einzige Ostfenster
angebracht. Gegen das Dachgesimse hinauf geht die Rundung des
Turmes in ein gleichmässiges Achteck über, das vom
Zeltdach übernommen wird. Der einzige Eingang, eine gotische
Spitzbogentür, liegt auf der Nordseite, direkt neben der
ehemaligen Stadtmauer. Er ist jedoch nur vom zweiten Stock des
Nachbarhauses "Zum Schleifstein" erreichbar und führt in einen
mit einem Bretterboden ausgestatteten Raum. Von hier aus geht eine
alte Blocktrittstiege nach oben, wo ein sternförmiges
Dachgebälk mit viereckigem Mittelstück den Turm
abschliesst. Der Diebsturm kann leider nicht genutzt werden, da er von aussen schwer zugänglich ist, und die einzige Verbindung zwischen den einzelnen Stockwerken aus Vertikaltreppen - in die unverputzten Wände geschlagene Bügel - besteht. Ausserdem wird das Innere des Turmes aufgrund der wenigen Fenster nur spärlich mit Licht versorgt. Er wird einzig von den Zugvögeln als Nistquartier benutzt. |
| Masse: | |
| Höhe des Turmkörpers: | 20.70 Meter |
| Höhe des Daches: | 1.90 Meter |
| Mauerdicke am Boden: | 2.00 Meter |
| Mauerdicke zuoberst: | 1.25 Meter |
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Grundriss und Querschnitt des Unteren Diebsturmes | ![]() |
Fotografie des Unteren Diebsturmes von einem unbekannten Fotografen |
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Postkarte aus dem Jahre 1908 Verlag Franco-Suisse, Bern |
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Zeichnung von J. Nohl aus dem Jahre 1948 |